An einem dieser goldenen Spätsommertage, an denen die Luft noch warm ist, aber die Schatten schon länger werden, habe ich beschlossen, ein kleines Abenteuer zu machen: mit der SBB und meinem faltbaren E‑Bike an einem einzigen Tag drei versteckte Naturplätze rund um Bern zu entdecken. Keine Perfektion, keine durchgeplante Route – nur Neugier, ein Zugbillet und das Vergnügen, Orte zu finden, die in Reiseführern kaum erwähnt werden.
Warum ein faltbares E‑Bike?
Ich fahre seit einigen Jahren ein faltbares E‑Bike (mein Modell: Tern Vektron) und schätze es besonders für Stadt- und Regionalausflüge. Es kombiniert die Reichweite eines E‑Bikes mit der Flexibilität, es in Zügen zu transportieren oder bei engen Fahrradstellen schnell zusammenzuklappen. Für einen Tagestrip rund um Bern ist das ideal: Ich kann SBB‑Strecken nutzen, ohne mich um Fahrradabteile oder Reservierungen zu sorgen – und bin gleichzeitig auf dem Land schnell und entspannt unterwegs.
Vorbereitung: Tickets, Gepäck und Akku
Frühstück, leichter Rucksack, Wasser und ein kleines Picknick – mehr brauche ich selten. Trotzdem ein paar praktische Punkte, die ich vorher prüfe:
- SBB‑Ticket: Ich kaufe mein Ticket meist über die SBB Mobile App. Wenn du mehrere Zugfahrten am Tag planst, lohnt sich ein Tagesbillet oder der Supersaver, falls verfügbar. Für regionale Kurzstrecken nutze ich oft das Halbtax‑Abo, das die Fahrerei entspannter macht.
- Faltregeln und Mitnahme: Faltfahrräder dürfen in der Regel in allen Zügen mitgenommen werden, sofern sie zusammengefaltet und evtl. in einer Tasche verstaut sind. Trotzdem schaue ich kurz in die SBB‑Infos, besonders bei Spitzenzeiten.
- Akkustand: Ich lade den E‑Bike‑Akku vor der Abfahrt auf 100 % und nehme das Ladegerät mit, falls eine Ladestation verfügbar ist. Bei drei Etappen lohnt sich eine sorgfältige Reichweitenplanung.
- Packliste: Wasserflasche, dünne Regenjacke, kleine Werkzeugtasche, Ersatzschlauch, Powerbank, Sonnencreme und mein Notizbuch (du weißt ja, ich schreibe gern).
Die drei Orte – meine Reihenfolge und warum
Ich habe die Spots so gewählt, dass die Zugverbindungen praktisch sind und die Fahrstrecken mit dem E‑Bike angenehm bleiben. Hier meine Route an diesem Tag:
Erster Halt: Das stille Flussufer bei Zollikofen
Erster Zug ab Bern, kurze Fahrt nach Zollikofen. Vom Bahnhof aus ist es nur ein gemütlicher Pedalritt zum Flussufer. Dieser Platz ist kein offizieller Park, eher eine naturnahe Uferzone mit Schilf, Auenwiesen und vereinzelten Bäumen. Ich liebe diesen Ort, weil er so kontrastreich zur Stadt wirkt: keine Wege, die perfekt angelegt wären, dafür unverfälschte Natur.
Was ich dort mache: Spaziergang am Wasser, Vögel beobachten (Meisen, Reiher), ein erstes Stück Apfel und Kaffee aus der Thermoskanne. Wenn das Licht stimmt, halte ich ein paar Fotos fest – das Rascheln der Blätter und das Spiegeln im Wasser haben etwas sehr Ruhevolles.
Zweiter Halt: Die kleine Anhöhe mit Aussicht nahe Muri
Weiter geht's per Zug nach Muri, dann eine kurze E‑Bike‑Etappe auf ruhigen Nebenstrassen. Hier gibt es eine unscheinbare Anhöhe mit einem Baumhain und einer kleinen Holzbank – ideal für eine Weitsicht über die Felder bis zu den Vorbergen. Nicht touristisch, aber perfekt für eine halbe Stunde Verweilen.
Warum ich diesen Ort mag: Er bietet eine ganz andere Perspektive als das Flussufer. Statt Nähe zur Oberfläche habe ich hier das Gefühl, über die Landschaft zu blicken. Ich lese oft ein paar Seiten oder schreibe flüchtige Gedanken in mein Notizbuch. Bei klarem Wetter sieht man die Alpenkette als blauen Saum am Horizont.
Dritter Halt: Die verborgene Moorwiese bei Bremgarten
Den Abschluss bildet eine kleine Moorfläche, die sich etwas abseits der üblichen Wege versteckt. Der Weg dorthin führt über Feldwege; mit dem E‑Bike ist das ein leichtes Vergnügen. Die Moorwiese ist ein Refugium für Wildkräuter und Insekten – und wenn du Glück hast, siehst du Schmetterlinge und Libellen in großer Zahl.
Was ich dort tue: Picknick auspacken, Barfuss über das Gras gehen (Vorsicht: feucht!), und einfach die Atmosphäre aufsaugen. Solche Orte sind für mich Energiequellen: die Stille, das summende Leben und die feuchte Erde riechen nach Sommer und spenden Gelassenheit.
Praktische Tipps für deinen eigenen Tagtrip
- Routenplanung: Nutze die SBB‑App für Verbindungen und schaue dir lokale Velorouten in Komoot oder Google Maps an. Kleine Nebenstrassen sind oft angenehmer als Radwege entlang der Hauptstrassen.
- Reservezeit: Plane Puffer ein – für Fotostopps, einen zusätzlichen Kaffee oder eine unerwartete Entdeckung.
- Sicherheit: Trage einen Helm, überprüfe Bremsen und Licht und informiere jemanden kurz über deine grobe Route, wenn du allein unterwegs bist.
- Respekt vor der Natur: Lass keinen Müll zurück, bleibe auf den Wegen, wo es verlangt wird, und respektiere Vogelbrut‑Zonen vor allem im Frühling.
- Laden unterwegs: Viele Bahnhöfe haben inzwischen Steckdosen – falls du ein bisschen Planung betreibst, kannst du kurz Akku nachladen. Alternativ: powerbank für dein Handy und das Ladegerät für das E‑Bike einpacken.
Was ich gelernt habe
Ein solcher Tag zeigt mir jedes Mal, wie nah die Natur oft ist, wenn man bereit ist, ein paar Ecken abseits der bekannten Pfade zu erkunden. Die Kombination aus SBB und faltbarem E‑Bike ist für mich die perfekte Balance: schnell erreichbar, flexibel vor Ort und umweltfreundlich. Und das Beste: Du brauchst keine spektakulären Ziele – oft sind es die unscheinbaren Plätze, die am meisten im Gedächtnis bleiben.
Wenn du selber so einen Tag planst und Fragen zur Technik, zur SBB‑Mitnahme von Falträdern oder zu konkreten Wegführungen rund um Bern hast, schreib mir gerne. Ich teile liebend gern Karten, kleine Geheimtipps und meine liebsten Pausenplätze.