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Wie finde ich in einer fremden stadt ein gemütliches frühstückscafé, das nicht überlaufen ist?

Wie finde ich in einer fremden stadt ein gemütliches frühstückscafé, das nicht überlaufen ist?

Wenn ich in einer fremden Stadt ankomme, gibt es kaum etwas Schöneres, als mich auf die Suche nach einem gemütlichen Frühstückscafé zu machen – einem Ort, an dem die Luft nach frisch gemahlenem Kaffee riecht, das Licht warm durch die Fenster fällt und ich in Ruhe den Tag planen kann. Doch wie finde ich ein Café, das nicht überlaufen ist und trotzdem Charme hat? In meinen Reisen habe ich einige Tricks gesammelt, die ich hier teile.

Mein erster Instinkt: nicht der Hauptstraße vertrauen

In Touristenstädten tummeln sich die besten Schilder, aber nicht unbedingt die gemütlichsten Orte. Ich laufe deshalb gerne eine Querstraße oder zwei von den Hauptachsen weg. Oft verstecken sich dort kleine Lieblingscafés, die von Einheimischen besucht werden. Ein kurzer Spaziergang lohnt sich fast immer: je weiter ich vom Bahnhof oder der zentralen Sehenswürdigkeit wegkomme, desto höher die Chance auf Ruhe und Authentizität.

Timing ist alles

Überfüllte Cafés haben meist einen gemeinsamen Nenner: die falsche Uhrzeit. Ich meide die typischen Rush-Hours – an Wochenenden meist zwischen 9 und 11 Uhr, in Städten mit starken Pendlerströmen auch die frühen Morgenstunden. Mein Lieblingszeitfenster ist zwischen 10:30 und 12:00 an Wochentagen: das Frühstücksangebot ist oft noch vorhanden, aber die erste Welle ist vorbei. Wenn ich früh aufstehen will, suche ich ein Lokal, das Bereitschaft für Frühaufsteher signalisiert – manche Bäckereien oder Ketten wie Starbucks können praktisch sein, wenn ich einfache Verfügbarkeit brauche, aber für Gemütlichkeit suche ich lieber unabhängige Läden.

Wie ich Online-Recherche mache

Bevor ich losziehe, schaue ich auf mehrere Quellen – nie nur auf eine:

  • Google Maps für Öffnungszeiten, Fotos und Bewertungen. Die Fotos geben mir oft den besten Eindruck von Atmosphäre und Sitzmöglichkeiten.
  • Instagram such ich nach lokalen Hashtags oder dem Standort-Tag. Ein Café, das ständig perfekt gestylte Teller postet, kann zwar hübsch sein – ist aber nicht immer gemütlich oder ruhig.
  • TripAdvisor und Yelp für ehrliche Erfahrungsberichte. Achte auf wiederkehrende Kommentare: Wenn viele Leute „zu laut“ oder „zu touristisch“ schreiben, ist das ein Warnsignal.
  • Lokale Blogs und Stadtmagazine: Oft haben sie Geheimtipps abseits der üblichen Liste. Gerade kleinere Städte haben lokale Blogger, die wahre Perlen kennen.

Auf die Speisekarte achten

Die Karte verrät einiges über das Selbstverständnis eines Cafés. Wenn ich ein gemütliches, nicht überlaufenes Frühstück will, achte ich auf:

  • Handgemachte, saisonale Gerichte statt einer Massenkarte mit dutzenden Variationen.
  • Kleine Auswahl bei Gebäck und Brot – das deutet oft auf frische, hausgemachte Produkte hin.
  • Lokaler Kaffee (z. B. Rösterei-Nennung) oder alternative Milchoptionen – das spricht für Sorgfalt und eine bewusste Zielgruppe.

Fragen, die ich vor Ort stelle

Manchmal ist der schnellste Weg die direkte Kommunikation. Ich frage das Personal dezent:

  • „Wann ist es hier normalerweise voll?“ – So erfahre ich, ob ein naher Wochenmarkt oder Bürozeiten für den Andrang sorgen.
  • „Haben Sie einen ruhigen Bereich oder Tische im Hinterhof?“ – Manche Cafés reservieren einen Bereich für Leute, die länger bleiben.
  • „Gibt es eine Reservierungsmöglichkeit?“ – Viele gemütliche Plätze haben wenige Tische und nehmen Reservierungen an.

Auf Details achten: Atmosphäre, Musik, Gäste

Die Stimmung eines Cafés zeigt sich in kleinen Dingen. Also beobachte ich:

  • Musiklautstärke: Wenn ich mich unterhalten oder lesen möchte, sollte die Musik dezent sein.
  • Gästemix: Viele Laptops und Freelancer deuten auf einen Ort zum Arbeiten, Familien auf gemütliche Gemütlichkeit, während Gruppen oft laut sind.
  • Möbel: Unbequeme Stühle oder enge Tische sind ein Hinweis darauf, dass das Café auf schnelle Umsätze setzt – nicht auf entspannte Stunden.

Geheimwaffen, die mir schon geholfen haben

Manche Methoden haben mir besonders oft gute Ergebnisse geliefert:

  • Früh auf Social Media schauen: Ich folge lokalen Cafés oder Food-Influencern. An manchen Orten entdecke ich so kleine Läden, die noch nicht überlaufen sind.
  • Frühmorgendlicher Spaziergang zum Markt: Märkte sind Hotspots für Bäckereien und oft ist ein nettes Café in der Nähe. Außerdem ist das Umfeld nicht so touristisch.
  • Frag in kleinen Läden nach: Buchläden, Blumengeschäfte oder Hostels kennen oft die besten, ruhigen Frühstücksplätze.
  • Meine Lieblingsregel: Wenn ich ein Café sehe, in dem viele Einheimische mit Zeit sitzen, ist das ein gutes Zeichen.

Wenn alles schiefgeht

Manchmal landet man trotzdem in einem überfüllten Ort. Dann mache ich das Beste draus: Ich bestelle etwas Kleines, genieße die Atmosphäre kurz und wander weiter. Häufig stoße ich dann auf ein verstecktes Juwel in einer Nebenstraße. Es hilft, flexibel zu bleiben und den Druck zu nehmen, dass der erste Fund perfekt sein muss.

Meine Packliste für die Suche

Ein paar Dinge habe ich immer dabei, um die Suche angenehmer zu machen:

  • Smartphone mit Offline-Karten (für den Fall, dass das Netz wackelt).
  • Kopfhörer – falls ich unterwegs lesen möchte.
  • Leichte Geduld und Neugier – die sind wichtiger als jede App.

Jedes Mal, wenn ich ein kleines, gemütliches Frühstückscafé finde, freue ich mich wie ein Kind. Es sind diese unerwarteten Entdeckungen, die eine Reise so besonders machen: ein Platz mit Charakter, ein freundlicher Barista, ein Stück warmes Brot und die Ruhe, den Tag in meinem eigenen Tempo zu beginnen.

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