Für einen spontanen Zweitagstrip in die Natur nehme ich gern den Zug: entspannt, nachhaltig und ohne Parkstress. Doch je öfter ich unterwegs bin, desto wichtiger wird mir ein anderes Ziel neben der Erholung – möglichst keinen Müll zu hinterlassen. Wie plane ich so einen Kurztrip mit der SBB, ohne Natur oder Bahnhöfe mit Rückständen zu belasten? Hier teile ich meine persönliche Checkliste, praktische Tipps und ein paar Routenvorschläge, die bei mir gut funktionieren.
Die richtige Planung: Strecke, Zeit und Rücksicht
Der Anfang ist immer die Route. Ich suche mir Ziele, die gut per Regionalzug oder S-Bahn erreichbar sind – weniger Umsteigen bedeutet weniger Risiko für verlorene Verpackungen oder unnötigen Abfall. Bei der SBB nutze ich oft die Fahrplanauskunft oder die SBB Mobile App, um Verbindungen mit wenigen Umstiegen zu finden. Wichtig ist auch die Rückfahrt: Hast du am Abend noch eine Verbindung? Ein verpasster Zug kann dazu führen, dass du unterwegs etwas kaufst, das Müll erzeugt.
Wenn möglich, wähle ich Orte mit einfachen Entsorgungsmöglichkeiten am Bahnhof oder kleine Rückzugsorte, wo die Natur intakt ist. Pro-Tipp: Bahnhöfe in kleineren Ortschaften haben oft Papierkörbe und Recyclingstationen, gleichzeitig sind sie weniger überlaufen als große Verkehrsknoten.
Packliste: Was wirklich mit muss (und was nicht)
Meine Packliste hat sich über die Jahre kondensiert. Ich nehme nur, was ich wirklich brauche – und zwar bevorzugt wiederverwendbar. Das reduziert Müll und macht das Reisen leichter.
Vor dem Bahnhof: Essen & Getränke vorbereiten
Vor der Abfahrt bereite ich mein Essen vor. Ein selbstgemachtes Sandwich in einer Brotzeitbox und geschnittenes Obst in einer kleinen Box machen mich unabhängiger von Convenience-Angeboten. Kaffee koche ich zu Hause in meine Thermoskanne – das spart nicht nur Müll, sondern auch Geld.
Falls du doch etwas am Bahnhof kaufen musst, achte auf lokale Bäckereien, die oft Papiertüten statt Plastik verwenden. Sag ausdrücklich, dass du keine Plastiktüte willst. Und wenn du eine Flasche kaufst, überlege, ob du sie später auffüllen kannst – viele Bahnhöfe haben Trinkwasserstationen.
Auf der Strecke: Verhalten im Zug und an Haltestellen
Im Zug bin ich achtsam: Kein Essen mit starkem Geruch, keine verstreuten Verpackungen. Ich bewahre meinen Müll immer in meinem Rucksack oder im Mini-Müllbeutel auf, bis ich ihn ordentlich entsorgen kann – lieber führe ich ihn bis nach Hause, als ihn in der Natur zurückzulassen.
Wenn du unterwegs eine Toilette brauchst: Nutze die Einrichtungen am Bahnhof oder im Zug. Wirf Abfälle nicht in Toiletten, und nimm Hygieneartikel mit, bis du sie korrekt entsorgst.
In der Natur: Leave No Trace – praktisch umgesetzt
Die Prinzipien von Leave No Trace sind für mich kein Dogma, sondern Orientierung. Ich frage mich bei jedem Schritt: Was bleibt zurück? Hier meine persönlichen Regeln:
Entsorgung: Wo und wie ich Müll richtig loswerde
Plan B ist immer die Mitnahme bis zur nächsten ordentlichen Entsorgungsmöglichkeit. Am Bahnhof entsorge ich Glas, PET und Papier getrennt – das ist oft möglich, manchmal im Vorraum des Bahnhofs. Eine kleine Tabelle, die ich mir im Kopf merke, hilft mir unterwegs:
| Abfallart | Wohin |
|---|---|
| Plastik/ PET | Recycling-Container am Bahnhof / SBB-Automaten manchmal |
| Glas | Altglascontainer am Bahnhof oder Ort |
| Papier | Papiertonne am Bahnhof |
| Organisches (Essensreste) | Kompost oder Restmüll – nie in der Natur |
Wenn ich auf einer Hütte übernachte, frage ich vorher, wie sie mit Abfall verfahren. Viele Alpenhütten haben klare Regeln – und ich respektiere sie.
Unterkunft: Hütte, Camping oder Übernachtung im Zug
Für zwei Tage eignen sich einfache Hütten, Zeltplätze oder kleine Pensionen. Ich buche gern im Voraus bei Hütten, die nachhaltig wirtschaften oder Müllkonzepte haben. Auf Campingplätzen nutze ich die Rücknahmestellen. Wenn du im Zug übernachtest (z. B. nachts zurück), achte darauf, spätabendliche Einkaufsmöglichkeiten zu vermeiden – plane Essen vorher.
Praktische Helfer und Produkte, die mir nützlich sind
Ein paar Produkte haben sich bei mir bewährt:
Diese Helfer sind zwar Anschaffungen, reduzieren langfristig aber wegwerfverpackungen massiv.
Wenn doch etwas schief geht: Müll finden und mitnehmen
Manchmal stolpere ich über weggeworfenen Müll. Dann packe ich ihn ein und nehme ihn mit – auch wenn ich ihn nicht produziert habe. Es gibt mir das Gefühl, wirklich Verantwortung zu übernehmen. Ein leichter Handschuh und eine Zange können helfen, unhygienischere Abfälle sicher aufzunehmen.
Und noch ein persönlicher Tipp: Erzähle unterwegs deiner Begleitung dein Ziel „Kein Müll hinterlassen“. Oft motiviert das auch andere, aufmerksam zu sein. Kleine Gesten wie die eigene Thermoskanne oder das angebotene Besteck werden schnell zur guten Gewohnheit.