Der Frühling lädt ein, Gras unter den Füssen zu spüren, die ersten warmen Sonnenstrahlen zu geniessen und gleichzeitig bewusster zu leben. Für mich gehört zu diesen Momenten ein sorgfältig geplantes Picknick: klein, intim, nachhaltig und mit lokalen Lebensmitteln. Hier teile ich meine persönliche Routine, Ideen und praktische Tipps, damit ein Picknick für zwei nicht nur schön, sondern auch umweltfreundlich und stressfrei wird.
Warum ich ein nachhaltiges Picknick bevorzuge
Früher landeten bei mir oft Einwegartikel, fertige Snacks aus dem Supermarkt und viel Plastik im Korb. Heute versuche ich, jede Gelegenheit zu nutzen, um bewusstere Entscheidungen zu treffen. Ein nachhaltiges Picknick fühlt sich für mich besser an: die Lebensmittel schmecken frischer, das Entsorgen ist einfacher, und es gibt weniger schlechtes Gewissen hinterher. Ausserdem macht es Spass, lokale Produzenten zu unterstützen und kreative Rezepte zu entwickeln.
Die Vorbereitung: Planung ist alles
Ein entspanntes Picknick beginnt bei mir zu Hause mit einer kurzen Checkliste:
- Datum & Ort wählen: Ich schaue nach einem ruhigen Park, einer Wiese am Fluss oder einem Aussichtspunkt in der Nähe. Regionales Wetter und Schattenplätze berücksichtige ich ebenfalls.
- Speiseplan festlegen: Ich plane einfache Gerichte, die kalt oder bei Zimmertemperatur lecker sind. So kann ich Hitze und separates Warmhalten vermeiden.
- Einkauf lokal und saisonal: Ich hole, wenn möglich, Zutaten vom Wochenmarkt, aus dem Bioladen meines Vertrauens oder direkt beim Hofladen.
- Verpackung & Transport: Ich stelle wiederverwendbare Behälter, Gläser und Tücher bereit und sorge dafür, dass alles sicher transportiert werden kann.
Was kommt in meinen Picknickkorb? (Für zwei Personen)
Ich achte darauf, dass die Speisen vielseitig sind, sich gut teilen lassen und keine Einwegverpackungen benötigen. Meine Standardausstattung:
- Basis: Ein grosses Leinen- oder Wachstuch statt Plastikfolie; eine kleine Picknickdecke aus Baumwolle.
- Behälter: Glasbehälter mit Schraubdeckel (z. B. Weckgläser), Edelstahlboxen, faltbare Silikonbehälter.
- Geschirr & Besteck: Zwei wiederverwendbare Teller (Bambus oder Melamin), zwei stabile Gabeln/Messer, ein Pfannenwender-artiges Servierbesteck. Ich packe auch ein Stoffserviette-Set ein.
- Getränke: Eine Thermoskanne für Kaffee oder Tee, eine Glasflasche oder Edelstahlflasche für Wasser oder hausgemachte Limonade.
- Abfallmanagement: Eine kleine Tasche oder Box für Kompostierbares und wiederverwertbares Material.
Lokale & saisonale Rezeptideen, die sich gut eignen
Hier sind meine liebsten Gerichte, die sich unkompliziert vorbereiten lassen und ohne Mikroplastik auskommen:
- Frühlingssalat im Glas: Schichte Rucola, Radieschen, Erbsen (vorgekocht), gebratene Champignons und Feta in ein Weckglas. Dressing separat in kleinem Glas mitgeben. Vor dem Essen schütteln.
- Herzhafte Galette: Ich mache eine einfache Vollkorn-Galette mit saisonalem Gemüse (Spargel, Zwiebeln, Spinat) und etwas Ziegenkäse. Warm oder kalt ein Genuss.
- Brot von der Dorfbäckerei: Ein Sauerteiglaib, in Scheiben geschnitten, hält sich gut und braucht nur wenig Beilagen.
- Aufstriche & Dips: Hummus mit gerösteten Kichererbsen, Kräuterquark mit Schnittlauch (aus Demeter-Milch vom Nachbarbauern), Pesto aus regionalem Rucola.
- Süsses: Kleine Obstportionen (Äpfel, Erdbeeren, saisonale Beeren) und selbstgebackene Haferkekse – fertig ist das Dessert.
Zero-Waste-Verpackung: Meine Favoriten
Ich nutze Dinge, die ich sowieso habe, und ergänze gezielt mit langlebigen Alternativen:
- Leinen- und Bienenwachstücher statt Alu- oder Frischhaltefolie.
- Weckgläser und Mason-Jars für Salate, Desserts und Getränke.
- Edelstahlflaschen und -boxen; faltbare Behälter für Brot oder zerbrechliche Dinge.
- Stofftaschen für Mülltrennung: eine für Kompost, eine für Recycling, eine für Restmüll.
Praktische Packtechnik
Ich packe so, dass die empfindlichen Dinge oben liegen und die schweren unten. Temperaturhaltende Lebensmittel kommen in Thermobehälter. Nasses Obst trenne ich von trockenem Gebäck. Für warme Tage lege ich eine Kühlmatte oder reusable Kühlakkus in den Korb.
Getränke nachhaltig gestalten
Getränke wie hausgemachte Limonade, Sirup mit Mineralwasser oder Eistee aus lokalem Kräutertee sind bei mir beliebt. Ich süsse sparsam mit Honig oder wenig Zucker. Zwei Glasflaschen oder eine grosse Glas-Karaffe mit Schraubverschluss reichen für zwei Personen meist aus. Für längere Aufenthalte nehme ich eine isolierte Flasche mit kaltem Wasser.
Vor Ort: Verhalten und Auswahl des Picknick-Platzes
Ich suche Plätze, die wenig stark frequentiert sind, um die Natur zu schonen. Auf ausgewiesenen Picknickstellen bleibt es am einfachsten, da oft Abfalleimer vorhanden sind. Wichtig für mich:
- Keine Pflanzen zertrampeln — eine schonende Stelle wählen.
- Auf Rauchverbote achten — Feuer nur an erlaubten Orten.
- Keine Geräuschbelästigung: Musik lieber im Kopf statt über Boxen.
Was ich immer dabeihabe
| Gegenstand | Warum |
| Wiederverwendbare Teller & Besteck | Reduziert Einwegmüll |
| Weckgläser & Edelstahlboxen | Luftdicht, vielseitig einsetzbar |
| Stoffservietten | Schön & praktisch, waschbar |
| Kleine Mülltasche | Für sortiertes Mitnehmen |
| Kühlakku | Hält frische Lebensmittel kühl |
Reste und Abfall: verantwortungsvolles Verhalten
Ich nehme alles wieder mit. Kompostierbare Abfälle kommen in die Bio-Tasche, Papier und Glas separiere ich, alles andere wird in den Restmüll. Wenn möglich, bringe ich Abfälle bis zu den dafür vorgesehenen Plätzen in der Stadt zurück — oft sind öffentliche Mülleimer überfüllt oder nicht vorhanden. Reste von Brot oder unverpacktem Obst lasse ich nie offen in der Natur liegen, um keine Tiere zu stören.
Ein paar Marken & Produkte, die ich gern nutze
- Weckgläser: Stabil, vielseitig und regional erhältlich.
- Klean Kanteen oder Chilly's Bottle für isolierte Trinkflaschen.
- Bienenwachstücher von kleinen Manufakturen (lokal gekauft) für Frische und Geschmacksschutz.
- Wiederverwendbare Bestecksets aus Bambus oder Edelstahl von Zero-Waste-Shops.
Ein nachhaltiges Picknick für zwei ist für mich eine kleine Liebeserklärung an die Umwelt und an das gemeinsame Erleben. Es braucht etwas Planung, aber die Mühe lohnt sich: frische Aromen, weniger Müll und das gute Gefühl, lokal und verantwortungsvoll zu handeln. Pack deine Decke, such dir ein schattiges Plätzchen und probiere eine meiner Rezeptideen — oft entstehen die besten Entdeckungen, wenn man einfach anfängt.